Kay Winkler

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Rhizom
Wettbewerbsbeitrag Uni Greifswald Botanikum
2014



Das Rhizom steht als Metapher für Botanik, es wirkt in seiner Bauweise wie ein freigelegtes Präparat. Es ist ein nichtlineares Wurzelsystem, ein Gewächs mit vielen Eingängen und Ausgängen, in alle Richtungen sich gleichermaßen ausbreitend. Rhizome findet man selbst bei Lebewesen wie den Korallen. Diese Eigenschaften hat den Philosophen Deleuze veranlasst den Begriff Rhizom aus der Botanik in die Philosophie zu übernehmen und damit erkenntnistheoretisch zu arbeiten.

Heute steht der Begriff für viele offene weitverzweigte Systeme, ob im wirtschafts-, gesellschaftspolitischen oder kulturellen Leben. Die Erkenntnisse der Botanik über System und Struktur, sind hier also nicht nur das „Leitungssystem einer Wurzel“, sondern durch ihre Eigenschaften der Verzweigungen und Umleitungen auch selbst als Metapher für ein offenes System nach außen zu sehen. Die Skulptur ist wie ein Leitungssystem wie ein Präparat freigelegt. Es zeigt sich ein Leitungssystem aus Edelstahlrohren gebaut, eine technoide Übersetzung.

Die Leitungen, aus einer Vielzahl unterschiedlich dimensionierter, gerader Rohrstücke sind verschweißt und wirken in ihrer Gesamtheit wie pulsierende Knoten. Das Blatt ist ebenfalls aus Edelstahlplatten gebaut, es wirkt fragil und verletzlich, im Gegensatz zur wuchernden, vitalen Wurzel. Das Blatt steht in einem beschützten, von Glasplatten definierten Raum, wie in einem Glashaus. Die Farbe der Gläser ändert sich mit dem sich verändernden Lichtwinkel.

Es ist auch eine Erinnerung an jahreszeitliche Farbveränderungen, die insbesondere an Pflanzen sichtbar wird. Der Rest des Erdreichs der Freilegung, hier als eingefärbte Betonplatte, mit einer Höhe von 35 cm soll zum Sitzen einladen. In der Pflasterung, mit der Bodenebene bündig, zeigen sich um die Skulptur herum, nochmals „Wurzeln“ aus Edelstahl, so entsteht der Eindruck, als würde das „Präparat“ auf dem Platz weiterwuchern. Der Diskurs mit dem Rhizom als Metapher ist interdisziplinär offen, er geht über die Sicht zu Hyperstrukturen (cyberspace), bis hin zu der Frage, die sich der Biologe und Schriftsteller P. Descola in seinem Buch „Die Anthropologie und die Frage der Natur“, nach einem Anthropozentrismus stellt.

 

Eine Auswahl – chronologisch

RHIZOM
BIG DATA
VERSPIELEN
LANDSCHAFT IM RAHMEN
REINES TRINKEN
ZITATE ZUR GESCHICHTE EINES HAUSES
LICHTSCHREIN
KATHEDRALE DES EROTISCHEN ELENDS
GANGWEG
PAVILLON
CORRIDOR
TRANSPARENT MOVE
O.T. ERLANGEN
FIKTIVE ARCHITEKTURMODELLE
PAVILLON LUISENHAIN
O.T. DARMSTADT
KIRCHEN STÜCK
BAUSTELLE ALTE PINAKOTHEK
O.T. HAIMHAUSEN
STAATSFÖRDERPREIS
AUSSTELLUNG LOTHRINGER 13

PORTRAITS
 
 
 
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